Ratgeber – Frankreich, das Stellplatzparadies | Kaum ein anderes europäisches Land erscheint mir so wohnmobilfreundlich zu sein wie Frankreich. Hier besitzt gefühlt jeder zweite ein Wohnmobil. Und hier hat nahezu jedes Dorf eine Kirche, ein Denkmal, einen Laden, in dem es Baguette gibt und mittlerweile auch einen Wohnmobilstellplatz…





    Frankreich, das Stellplatz-Paradies – kleiner Ratgeber

     

    Wo finde ich Stellplätze?

    Kaum ein anderes europäisches Land erscheint mir so wohnmobilfreundlich zu sein wie Frankreich. Hier besitzt gefühlt jeder zweite ein Wohnmobil. Und hier hat nahezu jedes Dorf eine Kirche, ein Denkmal, einen Laden, in dem es Baguette gibt und mittlerweile auch einen Wohnmobilstellplatz.

    Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob du in einer Touristengegenden wie in die Bretagne, oder in einer touristisch eher noch nicht so erschlossenen Region wie der Auvergne bist, die ausgewiesenen Wohnmobilstellplätze sind engmaschig verbreitet. Ein Platz für eine Nacht oder für länger findest du immer.

    Ein wenig schwieriger ist es an der Côte d’Azur: Zwischen Monaco und St-Tropez gibt es wenige Stellplätze; weiter südlich sind sie wieder etwas häufiger vorhanden. Eines gemein jedoch haben die Stellplätze an Frankreichs „Blauer Küste“: Sie sind stark frequentiert und oft nicht ganz billig.

    Immer mehr Städte richten spezielle Wohnmobilstellplätze ein. Und selbst die meisten Attraktionen wie Freizeitparks, Schlösser etc. halten häufig einige Plätze für uns Wohnmobilisten parat. Sollte es einmal keinen ausgewiesenen Platz geben, so kann man sicher sein, dass sich die französischen Wohnmobilfahrer einen schaffen. Ich konnte mich selbst vermehrt davon überzeugen: So stehen beispielsweise im Sommer am Col d’Aspin, im Pyrenäen-Nationalpark, zahlreiche Wohnmobile weit zerstreut inmitten der Natur.

    Wie finde ich Stellplätze?

    Die meisten Plätze sind mittels eines Piktogramms gut ausgeschildert. Es gibt natürlich auch gute französische Reiseführer oder die sehr empfehlenswerte französische Internetseite campingcar-infos.com.

    Nachteil: Du müsstest ein wenig Französisch verstehen. Unterschiedliche deutschsprachige Apps weisen dir ebenfalls den Weg zum nächsten Stellplatz. Hier empfehle ich park4night. Wer es ausführlicher mag, für den gibt es viele verschiedene Reiseführer, wie etwa die des WOMO-Verlags, der für beinahe jede Region Frankreichs ausführliche Beschreibungen bietet.

    Wer auf genaue Angaben wie GPS oder Adresse verzichten möchte, der kann sicher sein, dass er überall dort einen Stellplatz findet, wo eine „base de loisirs“ – ein Freizeitzentrum – oder ein Hafen – le port – zu finden ist. Auch einige Supermärkte haben für uns eine geringe Anzahl an Plätzen reserviert.

    Wie sehen Frankreichs Stellplätze aus?

    Das ist sehr unterschiedlich: Es gibt kleine, mittlere und große. Solche mit viel und solche mit wenig Stellfläche. Plätze mit eingezeichneten Parkbuchten, die manchmal mit einer Heckenabgrenzung für ein bisschen „Privatleben“ sorgen und Plätze, wo sich jeder hinstellt wie er will.

    Es gibt Plätze, die für eine Nacht und andere, die für einen längeren Aufenthalt konzipiert sind. Einige haben keinerlei Angebote, andere wiederum bieten Ver- und Entsorgung, manchmal noch Picknicktische, Sanitäranlagen oder Brot-Service. Es gibt Stellplätze befestigtem oder unbefestigtem Untergrund. Manche haben Schatten, andere wiederum sind völlig baumlos.

    Einige Stellplätze sind in privater Hand, die meisten jedoch kommunal. Die Lage der Plätze hängt von der Umgebung ab: Einige liegen direkt am Meer oder einem anderen Gewässer, andere etwas weiter ab vom Strand, wieder andere mitten in einem Ort oder am Ortsrand.

    Die Übernachtung auf einigen – meist kleinen – Stellplätzen ist kostenlos. Lediglich für Wasser und Strom muss man hin und wieder bezahlen. Das rührt daher, dass sich die französischen Gemeinden sagen: Wer nichts bezahlen muss, konsumiert eher im Ort, wovon wir mehr haben.
    Immer mehr einstige Campingplätze werden zu großzügig angelegten Wohnmobil-Stellplätzen umfunktioniert. Das spart Personal. Bestes Beispiel: Moulins.

    Wie sieht der Service aus?

    In ganz Frankreich existieren unterschiedliche Servicesäulen. Einige stehen sogar unabhängig von einem Stellplatz am Straßenrand oder am Supermarkt. Die gängigsten sind „Euro Relais“ – und „Flot Bleu“-Säulen. Einige wenige werden noch mit Münzen, viele andere mit Jetons gespeist.

    Leider gibt es keine einheitlichen Jetons, so dass ich dir rate, immer ein paar auf Vorrat zu kaufen. Es gibt sie oft in Touristenbüros, in Tabak-Läden, Cafés und Restaurants.

    Die Servicesäulen haben einen Ausguss für Abwasser sowie für die Toilettenentleerung. Beides sind in der Regel kostenlos. Ansonsten gibt es meist zwei Wasserhähne.

    Denke dran, deinen eigenen Schlauch zu benutzen, allein schon aus hygienischen Gründen! Häufig findest du noch zwei Steckdosen. Wasser und Strom kosten meist je 2 Euro. Immer mehr Säulen können nur mit Kreditkarte bedient werden.

    An einigen Plätzen – meist im Inland – sind die Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten recht primitiv und nicht immer sauber.
    Immer häufiger findest du Müllcontainer für Getrenntmüllsammlung.

    Auch die Bezahlung für das Übernachten erfolgt in den meisten Fällen mittels eines Automaten, der mehrheitlich (nur) mit Kreditkarte „gefüttert“ werden kann. In den letzten Jahren wurden viele Plätze mit einer Schranke versehen, die man nur passieren kann, wenn man zuvor an einem Automaten eine Karte mit Zutritts-Code gezogen oder vorab bezahlt hat.

    Auf kleinen Stellplätzen kommt manchmal abends oder morgens jemand vorbei und kassiert. Ein kleines Schwätzchen oder ein Gläschen Rotwein sind manchmal inklusive.

    Was ist „Camping-Car-Park“?

    Im Laufe der vergangenen Jahre sind Stellplätze der Betreiber-Kette „Camping-Car Park“ in ganz Frankreich wie Pilze aus dem Boden geschossen.

    Beim ersten Kontakt wirkt das System verwirrend, da man nur auf den Platz kommt, wenn man den am Eingang stehenden Automaten „überredet“, die Schranke zu öffnen.

    Auch ich scheute mich zunächst davor, derartige Stellplätze zu benutzen. Heute sage ich: Es lohnt sich! Die Plätze sind sehr sauber, großzügig angelegt und komfortabel. Und die Preise sind meiner Meinung nach gerechtfertigt: im Schnitt 10 Euro inklusive Ver- und Entsorgung, WLAN und Strom.

    Und so funktioniert‘s: Am automatischen Beschrankungssystem musst du erstmalig einen wiederaufladbaren „Pass’ Étapes“ erwerben. Das ist eine Karte, ähnlich einer Kreditkarte. Sie kostet eine einmalige Gebühr von 4 Euro.

    Dann kannst du deine Karte auf verschiedene Beträge aufladen. Ich nehme meist 50 Euro, da ich entweder länger bleibe oder in Folge verschiedene Camping-Car-Park-Stellplätze anfahre. Das Geld verfällt nicht, sondern wird auf deiner Karte gutgeschrieben. Hebe die Karte gut auf, denn du kannst sie immer wieder benutzen!

    Um deine Karte zu aktivieren musst du beim ersten Mal deine Handy- und deine Kreditkartennummer in den Automaten eingeben. Das Geld wird von deinem Konto abgebucht.

    Keine Angst, ich habe es mehrfach ausprobiert. Es ist eine sichere und einfache Sache. Die Anweisungen kannst du am Display in deutscher Sprache erhalten. Bist du einmal registriert, erhältst du regelmäßig einen Newsletter, der dir beispielsweise neue Stellplätze in Deutsch vorstellt.

    Übrigens kann man bei diesem System auch Plätze reservieren. Mehr Infos bekommst du unter www.camping-car-park.com.


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