…das Wohnmobil soll stehen bleiben, die Menschen sollen in die häusliche Quarantäne | wir verzichten zur Zeit mehr oder weniger freiwillig auf unser geliebtes Hobby: das Reisen mit dem Wohnmobil | behaltet die Nerven, es kommt auch wieder eine Zeit nach Corona | bleibt gesund und bleibt daheim – die Redaktion von wohnmobilista





Das Wohnmobil & das Corona-Virus

Die ersten Sonnenstrahlen berühren unsere Haut, die ersten Frühblüher lugen aus dem Erdboden hervor, da kommen bei wohl jedem Wohnmobilisten nicht nur Frühlingsgefühle sondern auch das Bedürfnis hoch, wieder rauszufahren.

Einige sind bereits unterwegs im Süden, da sie dort die bei uns so triste Winterzeit unter der Sonne Portugals, Spaniens oder Marokkos verbracht haben. Andere sind glücklich, dass ihr Saisonkennzeichen endlich wieder erlaubt, im eigenen rollenden Heim raus in die große Freiheit zu fahren. Und für die, die noch nicht in Rente sind und schulpflichtige Kinder haben oder aber Lehrer beziehungsweise Lehrerin sind, für die stehen die Osterferien vor der Tür. Klingt nach Sehnsucht, nach Reisen …

Doch leider steht noch etwas anderes vor der Tür: das Corona-Virus. Wir alle verfolgen mit Schrecken die Nachrichten – und leider auch die vielen Fake-News vor allem in den sozialen Netzwerken. Was tun?

Auch ich bin bereits seit mehreren Jahrzehnten ein durch und durch passionierter Wohnmobilist. Auch ich würde am liebsten jetzt und auf der Stelle rausfahren… Aber ich muss mich, wie so viele andere auch, gedulden!

Unsere Bundesregierung legte vor wenigen Stunden nahe, auf alle (Urlaubs)Reisen sowohl ins Ausland als auch innerhalb Deutschlands zu verzichten. Du glaubst, die Ansteckungsgefahr wäre beim Individualverkehr wesentlich geringer als beim Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Dieser Glaube entbehrt nicht einer gewissen Richtigkeit. Dennoch sollte momentan auf Wohnmobilreisen verzichtet werden.

Es schmerzt, aber nur so geht es, die ansteigende Kurve der Ansteckungsgefahr zu verlangsamen. Wir sollen daheim in den eigenen vier Wänden bleiben. Aber sind unsere Wohnmobile nicht ebenfalls „eigene vier Wände“? Macht dann diese Reisewarnung, dieses Reiseverbot Sinn? Ich denke schon. Bedenke beispielsweise nur, dass man auf manchen Plätzen dicht an dicht steht und seine Viren sozusagen ins offene Küchenfenster des Nachbarn husten oder niesen kann.


Wer’s immer noch nicht versteht und/oder wahrhaben möchte, für den hier ein paar Konsequenzen, die man erleben würde, wenn man dennoch fahren würde. Würde, hätte, könnte, müsste … eben Konjunktiv II:

  • Campingplätze und offizielle Stellplätze sind aufgefordert zu schließen. Willst du wirklich auf einem asphaltierten Parkplatz ohne Ver- und Entsorgung stehen?
  • Du willst ver- und entsorgen!? Das ist generell nicht immer besonders hygienisch, weil leider viele Wohnmobilfahrer immer noch den Schlauch fürs Frischwasser zum Reinigen der Toilette nehmen und viele unschöne Aktionen mehr. Da kann man sich schnell was holen. Willst du wirklich ein paar der neuen Viren haben?
  • Restaurants, Cafés und Bars sind eh geschlossen, also nichts mit gemütlichem Sitzen im Biergarten…
  • Veranstaltungen wie Konzerte, Volksfeste, Theater, Weinfeste, all das, was wir als „Begleiterscheinung“ bei unseren Touren so lieben, wurde abgesagt…
  • Sehenswürdigkeiten und Museen sind geschlossen. Willst du wirklich Paris ohne Eiffelturm und Louvre besuchen?
  • Sozialkontakt soll vermieden werden. Ist es aber nicht gerade das, was das Camperleben ausmacht? Neue Kontakte knüpfen, zusammen mit dem bis dato unbekannten Nachbarn sitzen und über das geliebte gemeinsame Hobby fachsimpeln…
  • Die meisten Grenzen haben übrigens dicht gemacht, so dass die „Flucht“ in den Süden, die Fahrt ins Ausland eh nicht mehr geht…
  • Und selbst in Deutschland: Die Halligen und die Inseln sind gesperrt. Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind für Reisende gesperrt.

Also habt Geduld! Es kommt die Zeit, da können wir wieder reisen. Dann hat sich das Virus – wenigstens vorerst – verabschiedet. Dann gibt es vielleicht sogar einen Impfstoff. Lebe nach dem Motto: Die Vorfreude ist die schönste Freude.

Wer auf dem letzten Stand der Dinge sein möchte, informiert sich auf der offiziellen Seite des Auswärtigen Amtes unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762.

Hier ein paar Kurzinfos zu den von Deutschen bevorzugten Reiseländer bezüglich der Einreise (Stand 17.03.2020):

  • Frankreich: Nur wer einen wirklich stichhaltigen Grund hat, darf die Grenze passieren
  • Italien: Bis Anfang April ist Einreisen aus touristischen Anlässen untersagt
  • Luxemburg: Auch hier darf die Grenze nicht ohne einen wichtigen Grund passiert werden
  • Österreich: Urlauber dürfen die Grenze nicht mehr überschreiten
  • Schweiz: Ohne zwingenden Grund dürfen Deutsche die Grenze nicht überqueren
  • Spanien: Keine Einreise erlaubt
  • Portugal: Der Grenzübertritt ist Touristen nicht mehr gestattet
  • Dänemark: Die Grenzen sind momentan bis 13. April geschlossen
  • Norwegen: Fährverbindungen werden eingeschränkt und über Land darf nur noch einreisen, wer seinen Wohnsitz im Land hat
  • Polen: Kein Ausländer darf einreisen
  • Kroatien: Wer einreist, muss in Kroatien in einer 14-tägigen Quarantäne bleiben. Menschen aus dem stark betroffenen Landkreis Heinsberg in NRW müssen dafür sogar in ein kroatisches Krankenhaus
  • Slowenien: Mit einem höchstens drei Tage alten entsprechenden Sars-CoV-2-Negativzertifikat in Italienisch, Englisch oder Slowenisch darf man einreisen. Eventuell kommst du auch über die Grenze, wenn vor Ort deine Körpertemperatur unter 37,5°C gemessen wird und keine Atemwegsinfektion vorliegt
  • Serbien: Die Einreise ist lediglich mit einer freiwilligen 28-tägigen Quarantäne möglich
  • Tschechien: Einreiseverbot für alle ohne festen Wohnsitz im Lande
  • Slowakei: Einreiseverbot für alle ohne festen Wohnsitz im Lande
  • Türkei: Einreiseverbot für etliche Nationen, u.a. für Deutsche

Wer gerade unterwegs ist, für den gilt: Generell kann davon ausgegangen werden, dass die Heimreise angetreten werden kann. Jedoch wird eine 14-tägige freiwillige Selbstisolation empfohlen.

Viele von uns verbrachten den Winter in Marokko. Wer bislang noch nicht wieder daheim ist, den trifft es gerade besonders hart: Sämtliche internationalen Verkehrsverbindungen wurden eingestellt, somit auch der Fährbetrieb, der die Urlauber aufs Festland bringt.

Besonders schwierig gestaltet sich wohl momentan die Situation für Menschen, die generell ihren Wohnsitz auf das Wohnmobil verlegt haben. Sie müssen sich mit Gemeinden oder Campingplätzen arrangieren.

Bleibt abschließend noch einmal zu erwähnen: Bitte haltet euch an die Empfehlungen und Vorgaben, dann gibt es Hoffnung, dass unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Wer es ganz und gar nicht aushalten kann, der verbringt einfach einmal – wie ich – eine Nacht im Wohnmobil, das vor der eigenen Haustür parkt oder genießt mit seinem Liebsten beziehungsweise seinen Lieben eine gemeinsame Mahlzeit im rollenden Eigenheim.


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