Brennstoffzelle Wohnmobil – der kleine Ratgeber

Mit Brennstoffzellen, das ist ja zwischenzeitlich bekannt, kannst du im Wohnmobil oder Wohnwagen Strom erzeugen.
Dieser Strom wird benötigt um die Bordbatterie wieder aufzuladen, aber auch parallel dazu um Strom für 12-Volt-Verbraucher zu generieren.
Spezielle Brennstoffzellen für Wohnmobile werden seit Jahren von der Firma SFC (EFOY) hergestellt.
Diese Brennstoffzellen werden mit Methanol betrieben. Das Methanol kann in Tankpatronen ( 5 Liter oder 10 Liter) mitgeführt werden, oder in Deutschland flächendeckend und im Ausland bei verschiedenen Sevicestellen zugekauft werden.




Funktionsweise EFOY Brennstoffzelle Wohnmobil

Bei der EFOY Brennstoffzelle wird das flüssige Methanol durch einen chemischen Prozess direkt in elektrischen 12 Volt Batteriestrom umgewandelt.
Diese Umwandlung geschieht ganz ohne Verbrennung, alleine das Herzstück des Gerätes erwärmt sich durch den Umwandlungsprozess auf ca. 75°C.
Dieser chemische Proozess ist eine Umwandlung auf kurzem Wege. Die Energieverluste sind gering und der Wirkungsgrad sehr hoch.

Wie wird die Brennstoffzelle an das Wohnmobil Stromnetz angeschlossen?

Die Brennstoffzelle wird einfach an die Bordbatterie angeschlossen. Die Steuerelektronik der Anlage erkennt automatisch den Ladezustand der Bordbatterie und startet dann selbstständig den Ladevorgang.
Einfach gesagt, wenn ein Verbraucher zugeschaltet wird, oder aus welchem Grund auch immer der Batterieladezustand abfällt, wird automatisch Strom erzeugt um die Bordbatterie zu laden.

Welche Vorteile haben die Brennstoffzellen im Wohnmobil/Wohnwagen?

Brennstoffzellen und Solaranlagen gelten als die Energielieferanten der Zukunft. Der Vorteil von Brennstoffzellen ist, dass auch dann Strom erzeugt werden kann, wenn Solaranlagen aufgrund ungünstiger Wetterlagen an ihre Leistungsgrenzen kommen. Auch in den Abendstunden oder in nördlichen Ländern ist die Leistungsabgabe bei Brennstoffzellen nicht eingeschränkt.

Welche Brennstoffzelle ist für welchen Einsatz geeignet?

Brennstoffzellen speziell für den Freizeitbereich werden in verschiedenen Leistungsklassen angeboten. Einige Firmen experimentieren mit diversen Systemen. Truma hat eine Gas-Brennstoffzelle auf den Markt gebracht (2012 – das System VEGA), aber sie verschwand kurze Zeit später vom Markt. Schuld war, trotz den sehr guten Leistungswerten,der viel zu hohe Preis (knapp 7000, – Euro).
Die Firma FCPower arbeitet ebenfalls an einer mit Flüssiggas betriebenen Brennstoffzelle namens Enyware. Inzwischen hat sich das Unternehmen aber vom Wohnmobilmarkt verabschiedet.
So gesehen ist der Brennstoffzellen-Markt recht überschaubar.

Aktuell gibt es nur die EFOY Comfort aus dem Hause SFC Energy zu kaufen. Die haben sich erfolgreich auf dem Freizeit-Sektor durchgesetzt. Die Brennstoffzellen gibt es in drei Leistungsklassen: EFOY Comfort 80, EFOY Comfort 140 und EFOY Comfort 210. Die Leistungsabgabe liegt bei 40 Watt, 72 Watt oder 105 Watt, je nach Modell. Somit können die EFOY-Brennstoffzellen eine 12 Volt Batterie mit 3,3 A, 6,0 A und 8,8 A auf- bzw. nachladen.

Verbraucher mit sehr hohem Stromverbrauch können leider weder mit Brennstoffzellen, noch mit Solarzellen dauerhaft autark in Betrieb genommen werden. Dazu zählen in erster Linie Absorberkühlschränke. Diese Stromfresser müssen im Standbetrieb auf Gas laufen.
Auch Heiz- oder Klimageräte ziehen im Dauerbetrieb mehr Strom als erzeugt werden kann.
Dagegen können Wechselrichter, die aus 12 V – 230 V erzeugen, ohne Bedenken in Betrieb genommen werden, um kurzzeitig einen Fön oder eine Kaffeemaschine zu betreiben.

Wie laut ist die Stromerzeugung mit Brennstoffzellen?

Brennstoffzellen arbeiten sehr leise. Der Einbauort sollte trotzdem so gewählt werden, dass die Nachtruhe für die ganz empfindlichen Ohren nicht gestört wird.
Optimal eignet sich dafür der Wohnmobil-Zwischenboden (falls vorhanden) oder die Heckgarage.ö Die Überwachung erfolgt über eine Fernbedienung (App) aus dem Innenraum, so ist der Einbau im Inneren des Wohnmobils nicht zwingend notwendig. Man sollte nur für das Wechseln der Tankpatronen genügend Platz zur Verfügung haben.

Wie kann ich 230 Volt Geräte mit Brennstoffzellen betreiben?

Wie Solaranlagen liefern auch Brennstoffzellen Gleichstrom. Erzeugt wird ein 12-Volt-Ladestrom und wie bei einem Ladegerät der Bordbatterie zur Verfügung gestellt.
230-Volt-Verbraucher benötigen zum Betrieb aber Wechselstrom und dieser muss zudem eine Eingangsspannung von ca. 230 Volt aufweisen. Erreicht wird das mit sogenannten Wechselrichtern. Diese Geräte werden direkt an die Batterie angeschlossen und wandeln den vorhandenen Batteriestrom in 230 Volt die nötig sind um normale Haushaltsgeräte zu betreiben.

Wie kann ich 230 Volt Geräte mit Brennstoffzellen betreiben?

Wie Solaranlagen liefern auch Brennstoffzellen Gleichstrom. Erzeugt wird ein 12-Volt-Ladestrom und wie bei einem Ladegerät der Bordbatterie zur Verfügung gestellt.
230-Volt-Verbraucher benötigen zum Betrieb aber Wechselstrom und dieser muss zudem eine Eingangsspannung von ca. 230 Volt aufweisen. Erreicht wird das mit sogenannten Wechselrichtern. Diese Geräte werden direkt an die Batterie angeschlossen und wandeln den vorhandenen Batteriestrom in 230 Volt die nötig sind um normale Haushaltsgeräte zu betreiben.

Wie schwer sind die Brennstoffzellen?

Mit ca. 8 Kilogramm zählen die EFOY-Geräte zu den Leichtgewichten. Dabei steigt mit höherer Leistung nicht unmittelbar das Gewicht. Während die Ausführung mit 40 Watt Leistung 7,1 Kilogramm auf die Waage bringt, ist die 105 Watt gerade mal 1,4 Kilogramm schwerer.
Die geräte passen durch ihre kompakte Bauform durch fast alle Serviceklappen in die Zwischen- bzw. Stauräume des Wohnmobils.

Wie montiert man die Brennstoffzellen im Wohnmobil?

Die Montage der Brennstoffzellen ist unproblematisch, wenn der dafür notwendige Platz vorhanden und leicht zugänglich ist.
Der Einbauraum sollte gut belüftet sein, damit die Abwärme und der entstehende Wasserdampf nach außen abgeführt werden kann.
Die Ladeleitungen sind in das Bordnetz zu integrieren. Falls vorhanden, empfiehlt sich grundsätzlich der Anschluss an den sogenannten EBL-Block (alle Fahrzeuge der Hymer-Gruppe). Der Verkabellungsaufwand ist relativ überschaubar. Je nach Fahrzeugausstattung ist es dann möglich, den Ladestrom bzw. die momentane Batteriekapazität auf dem serienmäßigen Bordinstrument abzulesen.
Dein Fachhändler vor Ort ist über die Anschlussmöglichkeiten bestens informiert und kann dir da weiterhelfen.

Woher bekomme ich Methanol zum Nachfüllen der Brennstoffzelle?

Innerhalb Deutschlands sind viele Caravanhändler zu finden, die Methanol bereithalten. Hier kann man von einem flächendeckenden Netz ausgehen.
Innerhalb Europas gibt es auch viele Anlaufstationen, wobei das Servicenetz noch nicht so dicht ist wie in Deutschland. Deswegen ist es bei längeren Aufenthalten im Ausland anzuraten, einen kleinen Vorrat mitzunehmen.

Wieviel Kraftstoff benötigt die Brennstoffzelle überhaupt?

Das ist ganz erstaunlich. Obwohl die Leistungsklassen ganz unterschiedlich sind, ist der Verbrauch bei allen Modellen gleich – laut Hersteller ca. 0,9 Liter/kWh.

Tipp für den Winterbetrieb:

Die EFOY-Brennstoffzellen können im Winter bis zu einer Temperatur von -20°C betrieben werden. Wird das Reisemobil im Winter abgemeldet, sollte die EFOY-Brennstoffzelle ausgebaut und frostfrei gelagert werden, um Methanolverbrauch bei der Frostschutz-Automatik zu vermeiden.

Welche Brennstoffzelle soll ich mitnehmen?

 

Die EFOY COMFORT gibt es in drei Leistungsklassen. Auf der Homepage der Firma EFOY kannst du ausrechnen welche Brennstoffzelle für dich in Frage kommt.

Hier findest du den EFOY COMFORT Check für Reisemobile: zum Rechner

Häufige Fragen und Antworten (FAQ) findest du hier: FAQ

EFOY Brennstoffzelle Comfort 80i

+ Leistung: 80 Ah/Tag + Batteriekapazität: 80 – 160 Ah + Nutzung/Jahreszeit: Sommer/Frühjahr/Herbst + Nutzungsdauer: bis zu 60 Tage/Jahr + Elektrische Verbraucher: kein Wechselrichter + Basis-Verbraucher: Licht, Fernseher

EFOY Brennstoffzelle Comfort 140i

+ Leistung: 140 Ah/Tag + Batteriekapazität: 80 – 250 Ah + Nutzung/Jahreszeit: Frühjahr bis Herbst, selten im Winter + Nutzungsdauer: bis zu 120 Tage/Jahr + Elektrische Verbraucher: Wechselrichter < 1000 W + Basis-Verbraucher: Licht, Fernseher, Ladegeräte, evtl. Kaffeemaschine/Fön

EFOY Brennstoffzelle Comfort 210i

+ Leistung: 210 Ah/Tag + Batteriekapazität: 120 – 350 Ah + Nutzung/Jahreszeit: Nutzung über das ganze Jahr, auch viel im Winter + Nutzungsdauer: intensive Nutzung, über 120 Tage/Jahr + Elektrische Verbraucher: Wechselrichter > 1000 W + Basis-Verbraucher: Kaffeemaschine, Fön, Mikrowelle, elektrischer Kühlschrank

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